GRBN

Formel 1 Testtag in Barcelona 2020

Wow! Unfassbar! Nächstes Jahr wieder! Das waren meine Gedanken, als ich mit Sonnenbrand im Gesicht im Zug, auf dem Weg von der Strecke zurück in die Unterkunft, saß. Ein Tag Formel 1 sehen, hören, riechen, ja fast zum Anfassen nah.

Ich bin noch immer hin und weg, wenn ich mir die Bilder und die Videos ansehe, dass ich das erlebt habe. Formel 1 live, das muss man wenigstens einmal gemacht haben, dachte ich mir. Bevor ich aber hunderte von Euro ausgebe, für ein Rennwochenende, sollte eigentlich auch ein Testtag genügen. Gut, ein Rennen und das ganze Wochenende ist sicherlich noch einmal anders. Also, alles für einen Testtag gebucht und es ging los. Aber der Reihe nach...

Irgendwann kam ich auf die Idee mich ins Flugzeug zu setzen, um nach Barcelona zu einem der 6 offiziellen Formel 1 Testtage zu fahren. Schnell war klar, dass es wohl der letzte Testtag wird, also der 28. Februar 2020. Die Kosten für eine Eintrittskarten für einen Testtag sind im Vergleich zu einem Rennwochenende fast nicht erwähnenswert. Die erweiterte „VIP“ Karte kostete 59€. Dafür hätte ich auf alle offenen Tribünen gekonnt, ich hatte Zutritt zum Pit-Walk, auf die „VIP Terrasse“ (über den Boxen), zur „VIP Tribüne“ und konnte ins Fahrerlager blicken. Einzig der Zutritt zum Fahrerlager hat gefehlt, aber das war mir egal. Ich hatte auch so die Chance Lewis Hamilton, Carlos Sainz Junior, Charles Leclerc, Max Verstappen und noch einige mehr von wenigen Metern Entfernung zu sehen.

Die Anreise zum Circuit de Barcelona-Catalunya war ganz gut. Ich kam mit einem Zug und dann noch weitere 10 Minuten mit einem Bus bis relativ nah zur Rennstrecke. Den letzten Kilometer bin ich dann gelaufen.

Lewis Hamilton auf dem Weg zur Garage

Nach dem Einlass und der obligatorischen Taschenkontrolle war mein erstes Zeil die Terrasse. Autos sehen! Auf dem Weg dahin lief mir quasi Lewis Hamilton über den Weg, umrungen von zahlreichen Fans, Reportern und Fotografen. Ich konnte alle möglichen Motorhomes sehen und das Treiben der Mechaniker kurz vor dem Start der ersten offiziellen Session des Tages. Das war der erste richtige Moment, an dem ich wahrgenommen habe, dass ich gerade bei der Formel 1 bin. Man war ich aufgeregt.

Auf der Terrasse angekommen ging es dann auch schon los. Ich hatte eine ziemlich gute Position, direkt an der Ausfahrt der Boxengasse. Es fuhren zu ziemlich alle Autos nach und nach raus und machten ihre Check-Runden. Manche fuhren einfach wieder durch die Box und übten den Start, am Ende der Boxengasse, direkt an der Ecke, wo ich stand. Phänomenal! Der Geruch, die Geräuschkulisse, das Einlegen der Gänge, der Speed und die unfassbare Bremsleistung. Deswegen war ich da. Genau deswegen! Das sind all die Impressionen die man am Fernseher eben nicht erleben kann.

Nach bestimmt zwei Stunden auf dieser Terrasse bin ich zur VIP Tribüne gegangen, wo ich im Grunde genommen den restlichen Tag verbracht habe. Die Tribüne befindet sich an Kurve 10, direkt nach der Gegengeraden, eingangs zum Motodrom vom Rennkurs. Hier konnte man wunderbar die Bremsleistung der Autos beobachten, wie sie in die Kurve einlenkten und dann wieder volles Brett auf den Pinsel drückten. Es war interessant die Unterschiede der Autos hier zu sehen. Manche meisterten das ziemlich ohne Probleme. Bei manchen konnte man aber richtig erkennen wie schwerfällig sich das Auto verhalten hat. Ja fast schon wie träge, bis das Auto wieder in der Position stand, um Gas zu geben. Eine fantastische Tribüne.

Mercedes Kurve 10

Zur Mittagspause gab es die Möglichkeit beim Pit-Walk teilzunehmen. Da öffnete die Boxengasse für 45 Minuten und man kann einmal richtig dicht an die Autos ran. Manche Teams haben ihr Vorjahresauto vor die Box gestellt. Bei anderen Teams konnte man Mechaniker beim Reparieren bzw. warten des Autos beobachten. Eine unfassbare Stimmung! Teilweise wurden die Motoren, für die Session am Nachmittag, warm gelaufen. Manche Mechaniker haben die Gerätschaften für ein Boxenstop-Training vorbereitet. Die Schrauber zum Radwechsel sind einfach so unfassbar laut!

Mechaniker am Renault während des Grid-Walks

Viel mehr kann ich gar nicht sagen. Es war ein echtes Erlebnis und ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich das machen konnte. Wenn es die Lage zulässt, werde ich das nächstes Jahr bestimmt wiederholen. Und wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat einmal zur Formel 1 zu fahren, ein Rennwochenende aber zu teuer ist, dann kann ich nur empfehlen: Fahrt zu einem der offiziellen Formel 1 Testtage!

Und abschließend noch ein paar Eindrücke vom letzten Testtag der Saison 2020:

McLaren beim Boxenstoptraining / Carlos Sainz
Ferrari und Renault Kurve 10
Ferrari und Renault Vorbeifahrt Boxengasse
Ferrari Box beim Grid-Walk